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18. Juli 2012 / News

Neue Technik und eigene Talente

Wirtz Druck geht mit jungen Leuten in die Zukunft.

DATTELN. 2,5 Millionen Euro investierte der Druck- und Mailing- Spezialist Wirtz im Zeitraum 2009/10 in den Bau seines neuen Druck- und Medienzentrums an der Stemmbrückenstraße. Mitten in einer Zeit, als viele in der Branche angesichts düsterer Konjunkturprognosen in Deckung gingen. Zwei Jahre später setzt der Mittelständler aus Datteln neue Impulse – mit Investitionen in Technik und Personal.

Für mehr als 270.000 Euro haben die Geschäftsführer Jürgen und Vinzenz Schmidt auf der weltgrößten Druckmesse neue Anlagentechnik gekauft. "Die Investition kommt für uns zum richtigen Zeitpunkt. Wir wollen den Schwung des ersten Halbjahres 2012 nutzen", sagt Jürgen Schmidt. Der Schwung sind 20 Prozent Umsatzsteigerung vor allem mit Neukunden – allein im ersten Halbjahr.

Technische Innovation ohne kompetente Mitarbeiter, das funktioniert nicht. Eine Erfahrung, die das Dattelner Familienunternehmen in seiner mehr als 100-jährigen Firmengeschichte gemacht hat. Das führt 2012 zu einer Premiere. Wie Jürgen Schmidt betont, will Wirtz erstmals in der Firmengeschichte in einem Jahr in allen technischen Berufen neue Auszubildende einstellen – also in den Sparten Mediengestalter sowie Medientechnologe Druck und Druckverarbeitung.

Der Firmennachwuchs kommt komplett aus dem Ostvest: Kathrin Spotke, Julian Wilke, Christopher Kuhn und André Schatting sollen die 110-köpfige Belegschaft ergänzen. Und das nicht nur für die Zeit ihrer Ausbildung.Geeignete Kandidaten zu finden, war kein einfacher Weg, wie Jürgen Schmidt berichtet. Mehr als zwei Jahre hat Wirtz dafür gesucht, auf Ausbildungsbörsen und im Kontakt mit der Arbeitsagentur. "Oft haben die jungen Leute ein falsches Bild von diesen Druckberufen und sind dann überrascht, wie viel Kreativität die Produktion unserer Mailings erfordert", so Schmidt.

In den letzten 24 Monaten habe es einige Abbrecher gegeben. Deswegen schaltet Wirtz vor jeder Ausbildung inzwischen ein Praktikum vor. Jürgen Schmidt: "Dann hat man Gewissheit, ob es passt – für beide Seiten." Aber das ist eine Mühe, die sich lohnt. "Wir wollen die jungen Leute nicht für den Markt, sondern für uns selber ausbilden. Wir wollen unabhängig sein vom drohenden Fachkräftemangel", sagt der Geschäftsführer.

Und mit dieser Absicht steht Wirtz-Druck nicht allein dar. Jedes vierte Unternehmen in der Emscher-Lippe-Region fürchtet laut einer IHK-Umfrage unter 500 Unternehmen, offene Stellen längerfristig nicht besetzen zu können. Dabei setzt die Wirtschaft wie auch Wirtz in Datteln verstärkt auf eigene Talente. Nach Angaben der IHK wollen 65 Prozent der Betriebe in erster Linie mit verstärkter Ausbildung dem drohenden Fachkräftemangel begegnen.

Von Uwe Wallkötter, www.dattelner-morgenpost.de, 18. Juli 2012

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